Montag, 12. September 2011
Transatlantik auf der QM2
Als einziges Schiff der Welt, bietet die Queen Mary 2 heute noch regelmäßig Transatlantikpassagen nach New York an. Der Einladung, einmal im Royal Court Theater an Bord als Gastkünstler zu konzertieren folgten Stephan Weh und Marcel Dorn, besser bekannt als Pianotainment, nur zu gerne. „Einmal im Leben mit dem Schiff über den großen Teich – das war früher und ist immer noch ein Wunschtraum vieler“ so Weh. Wo früher Scharen von Auswanderern dies notgedrungen machten, wird heutzutage die Transatlantikpassage zum Vergnügen gebucht. Aufgrund ihrer nostalgischen Vorgeschichte zählt sie zu den absoluten Klassikern unter den Kreuzfahrtrouten, vor allem die Strecke Southampton – New York. Legendenbildend wirkte dabei vor allem die Tragödie der Titanic vor mittlerweile 99 Jahren.
Rund sechs Seetage á 25 Stunden (wegen Zeitverschiebung) ist man heute von Atlantikwasser umgeben, da bleibt viel Zeit den Luxus des sicheren Ozeanliners zu genießen. 3000 Gäste wollen schließlich unterhalten werden. Neben Jazz-Bar, 3D-Kino, Kasino und Musicaltheater steht sogar ein bordeigenes Planetarium zur Verfügung. „Es war eine tolle Aufgabe das abwechslungsreiche Abendprogramm durch unsere Piano-Show noch weiter zu bereichern“ schwärmt Dorn. Und täglich ruft die Neue Welt. Den Abschluss und Höhepunkt bildet natürlich schließlich die spektakuläre Hafeneinfahrt nach New York City. Vorbei an Miss Liberty öffnet sich der Blick auf die atemberaubende Skyline der größten Stadt der USA. Vielleicht die schönste Art über den großen Teich zu gelangen.
Samstag, 1. Januar 2011
DOWN UNDER CRUISE

Auf der legendären MS Europa geht es für uns drei Wochen lang die Ostküste Australiens entlang. Von Darwin über das Great Barrier Reaf und Brisbane bis nach Sydney. Hier die Details:
Nach 24 Stunden in der Luft und weiteren acht in Flughafen-Wartehallen sind wir endlich am Ziel: Australien, Kontinent der Kontraste. In Darwin soll sie nun losgehen, unsere abenteuerliche Schiffsreise auf dem besten Luxusliner der Welt, der MS Europa. An Bord werden wir wie alle Gäste freundlichst mit einem Glas Champagner begrüßt und beziehen sogleich unsere Suite: Flachbildschirm, begehbarer Kleiderschrank, keine Wünsche bleiben hier offen.
Nach dem ersten Seetag steht abends traditionell die Captain´s Welcome Gala an, zu der auch alle Künstler ein paar Minuten beitragen. Am bordeigenen Steinway-Flügel geben wir den Hummelflug vierhändig zum Besten und ernten viel Applaus. In ein paar Tagen wird unser erstes Konzert sein, bei dem wir schon einmal ein paar Stücke zur Probe aufführen, die dann ihre eigentliche Premiere im März daheim in Deutschland haben sollen.
Unser erster Stopp ist Thursday Island. Die kleine Insel gehört noch zu Australien, obwohl die meisten Einwohner hier schon deutlich das Aussehen der Papuas haben. Auf eigene Faust machen wir ein Trekking durch den Regenwald, der gleich hinter dem Hafen beginnt. Steile Pfade führen uns bergauf, umsäumt von exotischen Pflanzen, die wir nicht kennen. In den Bäumen hängen unzählige Flughunde, die in der Summe Ohren betäubende Geräusche machen. An der höchsten Erhebung stand seinerzeit ein Fort, an das noch alte Kanonen erinnern. Man sieht unser tolles Schiff unten friedlich in der Bucht liegen und wir beschließen, auf der anderen Seite des Bergs wieder abzusteigen, wo wir einen Sandstrand ausgemacht haben. Dort angekommen warnen uns allerdings Einheimische eindringlich vor dem Baden. Salzwasserkrokodile und tödliche Würfelquallen machen das Schwimmen dort lebensgefährlich. Zurück an Bord erfrischen wir uns erst einmal im relativ ungefährlichen Swimming-Pool an Deck. Gegen Abend läuft die MS Europa wieder aus, Kurs auf Papua-Neuguinea.
Nach einem Tag und zwei Nächten auf See kommen wir um fünf Uhr früh in der Hauptstadt des pazifischen Inselstaates an. 300.000 Einwohner machen Port Moresby zu einer der größten Städte im gesamten Pazifikraum. Die Armut und das Elend sind hier allerdings nicht zu übersehen. Der Stadt fehlt es an allem, übrigens auch an Sehenswürdigkeiten. Wir entscheiden uns kurzerhand für einen Inlandsflug ins Hochland. Dort möchten wir die „Mudmen“, die berühmten Schlammmänner besuchen. Diese Krieger schlugen seinerzeit ihre Feinde bereits durch ihr furchteinflößendes Aussehen in die Flucht. Und mit hellem Flussschlamm eingerieben sehen sie tatsächlich schrecklich aus, wie wir feststellen können. Der Rückflug wird zum Erlebnis. Auf unsere Bitte hin, taucht die kleine Maschine knapp über die Wipfel des undurchdringlichen Dschungels ab. Wir können die Affen mit bloßem Auge erkennen. Ein einmaliges Erlebnis.
Zurück auf der MS Europa wirken solche Abenteuer dann mit einem abendlichen Cocktail in der Hand wieder fast unwirklich. Wir stechen in See, Kurs Alotau, Provinzhauptstadt eines Papua-Eilands mit besonderer Exotik, wie man uns versprochen hat. Wir sind sehr gespannt. Jetzt heißt es erst einmal Klavier üben, denn morgen steht das erste Konzert an!
In Alotau angekommen besuchen wir vormittags erst einmal den örtlichen Markt. Auf selbstgezimmerten Theken bieten die Einheimischen Gemüse, Zigaretten und vor allem Betelnüsse feil. Fast ein jeder kaut sie hier, die Betelnuss, ein Naturprodukt, dessen Säfte den Hunger stillen und Selbstbewusstsein verleihen. Beim Grüßen lächeln einem jedes Mal dafür leuchtend rote Zähne entgegen.
Wir schlagen uns auf Trampelpfaden durch den Regenwald einen Berg hoch bis wir in ein kleines Dschungel-Dorf kommen. Dort sind wir zwei Weiße sofort umringt. Jeder will uns die Hand geben, jeder will auf ein Foto mit drauf. Nur ein Kleinkind schreit panisch aus Angst vor den seltsam anmutenden Fremden. Mit etwas Schokolade vom Schiff können wir es glücklicherweise beruhigen und von unseren friedlichen Absichten überzeugen. Reißenden Absatz finden auch unsere Flyer zu den anstehenden Konzerten in Deutschland, die wir rein zufällig im Rucksack dabei haben. Allerdings haben wir nur wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen mit den Papuas in Kempten. Schade eigentlich. Über einen lehmigen Sandpfad erreichen wir nach etwa einer halben Stunde wieder die Küstenstraße, die uns wieder nach Alotau bringt. Jetzt heißt es schnell duschen, umziehen, herrichten, denn für heute ist ja unsere Piano-Show angesetzt. Und der Abend wird auch ein echtes Konzerterlebnis für die Kreuzfahrtpassagiere. Irgendwie hätten wir auch gern den Eingeborenen etwas von unserem Klavierspiel gezeigt, aber zu diesem Zeitpunkt ist die MS Europa schon längst wieder auf See.
Heute laufen wir Bramble Haven an, eine kleine, abgelegene Inselgruppe, die sich prima zum Baden und Schnorcheln eignet. Nur etwa hundert Meter vor der Küste liegt das Wrack eines abgestürzten japanischen Kampfflugzeugs aus dem zweiten Weltkrieg auf Grund. Ganz überwuchert ist es schaurig anzusehen durch die Taucherbrille. Ein paar Schildkröten ziehen hier ihre Kreise und einen kleinen Hai sehen wir sogar auch, der sich aber in Windeseile davon macht. Am Strand spielt die Bordband ein paar Nummern unplugged, während am Holzkohlegrill schon die ersten Würstchen für die Passagiere aufliegen. Dazu gibt´s Freibier. Das hier muss das Paradies sein. Schweren Herzens nehmen wir abends Abschied von Papua-Neuguinea.
Wir verbringen einen ganzen Seetag mit Kurs auf Cairns/Australien - vorläufig. Der Zyklon Yasi, der vor ein paar Tagen die australische Ostküste verwüstet hat, bringt auch unsere Pläne etwas durcheinander. Seit Tagen schon haben wir z.B. kein Internet an Bord, da viele Schiffe wetterbedingt nach Norden ausweichen mussten und hier nun keine ausreichende Bandbreite vom Satelliten zur Verfügung steht. Auch unsere Reiseroute wird sich wohl ein wenig ändern. Da die MS Europa keinen „Katastrophen-Tourismus“ machen will, ist der Kapitän ständig mit den Agenturen in Kontakt für einen Plan B. Halbtäglich gibt es Updates für die Passagiere, welche Häfen nun doch angefahren werden und welche nicht bzw. noch nicht. Armes Australien. Nach den schlimmen Überschwemmungen vom Januar nun auch noch zusätzlich die Sturmschäden. Wie es für uns in den nächsten Tagen weitergeht, das wird sich erst zeigen.
Nun ist es also amtlich. Unser geplantes Ziel Cooktown fahren wir definitiv nicht an. Zu groß sind die Sturmschäden dort, die Zyklon Yasi hinterlassen hat. Katastrophen-Tourismus aber möchte die MS Europa nicht machen. Wir fahren also gleich direkt unser nächstes Ziel Cairns an. Auch diese Stadt blieb nicht ganz verschont, wurde jedoch weitaus weniger in Mitleidenschaft gezogen, wie andere Orte. Den ein oder anderen abgebrochenen Ast müssen wir schon noch umfahren, als wir uns auf einen Ausflug zur Caravonica Station begeben. Dort startet die längste Skyrail-Schwebebahn über den Dschungel. Auf einer Strecke von 7,5 km erleben wir den Regenwald des Barron Gorge National Parks von oben, inklusive Schlucht mit riesigem Wasserfall. Im Örtchen Kuranda angekommen nehmen wir den Dschungelexpress zurück. Eine alte Lok zieht die Touristenwaggons auf eine der malerischsten Bahnstrecken Australiens zurück nach Cairns.
Der nächste Tag beginnt mit einer Enttäuschung. Der geplante Halt Townsville muss ersatzlos ausfallen. Zu hoch sind die Wellen, um gefahrlos Gäste mit Tenderbooten an Land bringen zu können. So gewinnen wir aber wenigstens einen zusätzlichen Seetag und damit Zeit uns auf unser nächstes Konzert an Bord vorbereiten zu können. Es stehen zwar drei Flügel und zwei E-Pianos zur Verfügung, aber um die Probezeiten schlagen sich sage und schreibe acht Klavierspieler. Zwei Band-Keyboarder, drei Klassikpianisten, ein Barpianist und wir zwei Showpianisten. Man einigt sich unter Kollegen jedoch gütlich. Üben muß schließlich ein jeder, und wir für unser neues Programm daheim in Deutschland gleich besonders viel.
Heute sind wir in der Pioneer Bay. Wir beginnen den Landgang mit einer Wanderung zum höchsten Punkt des Ortes Airlie Beach mit herrlichem Blick über die Bucht. Da im Meerwasser eine hohe Gefahr von tödlichen Würfelquallen ausgeht, ist dort das Baden am wunderschönen Sandstrand nur mit einem sogenannten Stinger-Suit gestattet, einer Art Ganzkörper-Neoprenanzug. Für Touristen und Einheimische wurde jedoch mitten im Stadtzentrum eine Süßwasser-Lagune angelegt, die das gefahrlose Baden auch zu dieser Jahreszeit möglich macht. Ins Meer wagen wir uns dann aber doch noch, mit Hilfe des Jetski-Verleihers am Strand. Ein Halbstunden-Ritt auf diesen Wasserflitzern ist so anstrengend wie spaßig. Mit 70 Sachen über die Wellen verschafft einem einen Adrenalinstoss für den ganzen Tag. Und doch bringt uns der Nachmittag noch ein weiteres tolles Erlebnis. Im Wasserflugzeug fliegen wir über die Whitsunday-Inseln hinüber zum Great Barrier Reef und erleben dort die kühnsten Ausblicke aus der Luft auf dieses einmalige Naturschutzgebiet. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis.
Was wir gestern aus der Luft gesehen haben, wollen wir uns heute aber auch noch mal aus der Nähe ansehen. Frühmorgens holt uns und weitere ca. 70 Gäste der MS Europa ein riesiger Katamaran ab und bringt uns zum Knuckle Reef Ponton, eine Art künstliche, schwimmende Insel. Von dort aus kann man durch den Glasboden die Vielfalt der Unterwasserwelt erleben ohne nass zu werden. Stephan kann sich dank seines Tauchscheins sogar höchstpersönlich einen Eindruck von den vielerlei Korallen- und Fischarten machen. Tief beeindruckt berichtet er von dem abwechslungsreichen Form- und Farbenspiel. Man fliegt um den halben Erdball und ist in einem anderen Kontinent, aber man steigt nur ein paar Meter tief ins Meerwasser und ist in einer anderen Welt.
Nächster Hafen ist Brisbane. Noch im Januar beherrschte diese Stadt weltweit die Nachrichten aufgrund der verheerenden Flut. Und selbst heute, knapp 4 Wochen danach, lässt sich im Stadtbild noch an einigen Gebäuden der damalige Wasserstand ablesen. Manch ufernahe Straße der 2-Millionen-Einwohner-Stadt ist immer noch nicht für den Verkehr freigegeben. Sanierungsmaßnahmen und Baustellen überall. Das, was bereits wieder hergerichtet ist, besticht allerdings durch mehr Glanz denn je. Beim Spazieren durch die vielen Parks ergreift uns eine regelrechte Begeisterung für diese Stadt. Das tolle Klima, das viele Grün, die liebevoll gestalteten Freizeitanlagen, die geschäftige Fußgängerzone. In letzterer bleiben wir eine ganze Weile stehen, denn dort werden gerade werbewirksam Außenaufnahmen für Australia´s Next Topmodel gedreht. Zurück auf dem Schiff heißt es jedoch erst mal wieder üben, üben, üben, denn morgen ist unser zweites Konzert für die Gäste der MS Europa.
Seetag. Den Vormittag verbringen wir mit den Leuten von der Technik mit dem Einrichten von Licht und Sound. Der Steinway-Flügel wird optisch und akustisch wunderbar in Szene gesetzt. Noch mal schnell alle Lieder durchproben. Wir wollen heute Abend ein paar neue Stücke einstreuen, die dann ihre offizielle Premiere aber erst zu unseren Deutschland-Konzerten im März haben werden. Den Nachmittag nehmen wir uns frei. Man könnte nun ins bordeigene Fitnessstudio und mit Ausblick übers Meer aufs Laufband gehen. Alternativ könnte man auch ein paar Bahnen an Deck im Swimming Pool ziehen. Wir entscheiden uns schließlich ganz unsportlich für eine frisch gebackene Waffel mit Vanilleeis im Liegestuhl in der Sonne. Die richtige Entscheidung. Abends wird das Konzert ein voller Erfolg. Gerade die neuen Lieder kommen prima an. Wir feiern danach noch in der so genannten Sansi-Bar am Schiffsheck in die Nacht hinein.
Am nächsten Tag weckt uns um 6 Uhr früh eine Durchsage des Kapitäns. Wir würden jetzt mit der berühmten Einfahrt in den Hafen von Sydney beginnen. Wir versammeln uns mit vielen weiteren Passagieren vorne am Bug der MS Europa und beobachten gebannt die etwa einstündige Einfahrt in den größten Naturhafen der Welt. Ein echtes Erlebnis. Unser Liegeplatz ist übrigens direkt gegenüber der berühmten Oper. Sowie das Schiff gegen Mittag von den Behörden freigegeben wird, machen wir uns auf dorthin und versuchen für denselben Abend Karten zu bekommen, und siehe da, wir haben Glück. Der Barbier von Sevilla erwartet uns! Es ist schon etwas besonderes einen solchen Kulturgenuss in einem Gebäude zu erleben, das oft genug als Symbol für einen ganzen Kontinent verwendet wird. Rossinis Musik in einem UNESCO-Welterbe. Einfach einmalig.
Für heute haben wir uns für einen Ausflug in die nahe gelegenen Blue Mountains angemeldet. Die dort zahlreichen Eukalyptus-Bäume verdunsten ein ätherisches Öl, das bei Tageslicht einen Blauschimmer erzeugt. Soweit die Theorie. Wir allerdings merken davon nichts, denn es hängen Regenwolken über der gesamten Gebirgskette. Sehr schade. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Bei der Wanderung zu einem Wasserfall durchnässt uns ein Schauer komplett. Leider sind auch die berühmten „Three Sisters“, drei sehr auffällige Felsformationen, durch tief liegende Wolken nicht einmal zu erahnen. Tja, man kann nicht immer Glück haben. Für den Abend ist Packen angesagt, denn morgen ist auch schon unser letzter Tag in Down Under.
Morgens findet die Ausschiffungs-Prozedur statt. Zum Glück geht der Flieger erst nachmittags, so dass wir noch einige Stunden Zeit haben Sydney zu erkunden. Für viele ist sie die schönste Millionenstadt der Welt. Die einmalige Lage am Meer, ein angenehmes Klima, tolle Architektur, Sauberkeit, Sicherheit; alles Sachen, die auch uns regelrecht begeistern. Nach einem Spaziergang durch die Shopping-Meilen landen wir schließlich im wunderschönen Botanischen Garten. Tausende Flughunde hängen hier in den Bäumen, während exotische Vögel über den englisch kurz geschnittenen Rasen stolzieren. Man hat einen wunderbaren Blick auf die Oper und die gigantische Harbour Bridge. Irgendwann drängt jedoch die Zeit und wir machen uns schweren Herzens auf zum Flughafen. Der lange Rückflug sollte jedoch sehr angenehm werden. Der Airbus A 380 ist nämlich bei weitem nicht voll. So können wir die Annehmlichkeiten des Riesenvogels noch viel besser genießen. Angesichts der Kälte, die uns in Frankfurt in Empfang nimmt, denken wir doch ein wenig sehnsüchtig zurück an die 28 ° im wunderschönen Sydney.
Freitag, 15. Oktober 2010
RUND UM ARABIEN
Als Gast-Entertainer auf einem Luxusliner ging es zwei Wochen lang für Pianotainment® rund um die arabische Halbinsel. Jordanien, Ägypten, Jemen, Oman sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, das sind die Stationen. 1001 Piano-Abenteuer warten ...
Im Nachhinein muss man sagen, das war die wohl politischste Kreuzfahrt aller Zeiten für uns. Unter dem Motto „Expedition Wissen“ fuhren wir einmal rund um die arabische Halbinsel. Mit an Bord allein drei deutsche Botschafter a. D. als Experten-Lektoren, die uns in zahlreichen Vorträgen die Lage im Nahen und Mittleren Osten erklären konnten. Und da gab es auch einiges zu klären. Als erstes wurde unser Stopp im Jemen aus Sicherheitsgründen abgesagt. Kurz zuvor war eine Touristengruppe in Sanaa auf offener Straße beschossen worden. Noch während unserer Kreuzfahrt stellte sich heraus, dass die per Frachtdienstleister verschickten Paketbomben ebenfalls aus Sanaa, Jemen stammten. Im Endeffekt jedenfalls eine absolut richtige Entscheidung, hier nicht anzulanden.
Als dann allerdings auch das Ersatzziel Dschidda, Saudi-Arabien ausfiel, war klar, wie politisch brisant die Region ist. Nicht zuletzt manifestierte sich dies an dem extra zu unserem Schutz angeheuerten Schnellboot mit MG und Blaulicht, gelenkt von einer Truppe britischer Ex-Marines. Diese wichen Tag und Nacht nicht von unserer Seite und begleiteten uns den ganzen Weg von Sharm El Sheikh/Ägypten bis in den Oman. Die fünf Tage dauernde Fahrt durchs Rote Meer und den Golf von Aden kam somit zeitmäßig einer Atlantiküberquerung recht nahe. Als wir gerade die jemenitische Küste hinter uns gelassen hatten, kam die Meldung in den Nachrichten, dass wieder einmal ein Schiff (mit deutschem Kapitän an Bord) von somalischen Piraten gekapert worden wäre. Dies muss unweit unseres Aufenthaltsorts in der Nacht gewesen sein.
Um so freundlicher jedoch waren die anschließenden drei Stopps im Oman: Salalah, Muscat und Khasab. In der Hauptstadt Muscat wurde es noch einmal politisch, als die amtierende deutsche Botschafterin im Oman an Bord kam und vor dem Dinner zu Ihren Ehren eine hochinteressante einstündige Rede über die Verhältnisse vor Ort hielt.
Nach soviel Politik wurden wir noch einmal Zeitzeuge eines rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs. Von unserem Endpunkt Dubai aus nahmen wir die Jungfernflugmaschine der AIR BERLIN, die nach einer Feuerwehrtaufe die Strecke Dubai-Berlin einweihte.
Alles in allem war diese Reise so hochinteressant wie hochbrisant. Aber immer schönes Wetter!!!
Montag, 19. Juli 2010
ARKTIS-KREUZFAHRT

Ein atemberaubendes Naturerlebnis empfängt uns in den Weiten von Grönland. Eisberge schimmern im arktischen Licht, und Wale ziehen direkt vor unseren Augen ihre Kreise. Unser Bericht vom Abenteuer Arktis.
Dem Ruf der Reederei Hapag Lloyd als Gast-Entertainer mit in die Arktis zu fahren sind wir nur zu gerne gefolgt. Unser Schiff, die MS Europa, ist als einziger Luxusliner der Welt zum zehnten Mal in Folge mit dem Prädikat „fünf Sterne plus“ ausgezeichnet worden. Das macht sie zum besten und luxuriösesten Kreuzfahrtschiff der Erde.
Ebenso reizvoll wie das Fortbewegungsmittel ist natürlich auch das tolle Fahrtgebiet! Die Arktis ist faszinierend. Grönland als größte Insel der Welt birgt viele Schönheiten, denen man sich prima vom Wasser aus nähern kann.
Der Kapitän lobt sogar eine Flasche Champagner für die Sichtung des ersten Eisbergs aus. Und auf einmal taucht er auf, in der früh um halb sieben lugt er aus den Nebelbänken hervor, gut 15 Meter hoch. Wenn man bedenkt, dass über der Wasserlinie lediglich 1/7 des tatsächlichen Volumens sichtbar ist, ein ganz schöner Brocken. Und es sollten noch viele weitere folgen…
Natürlich durfte auch die obligatorische Polartaufe nicht fehlen. Bei Überfahren des Polarkreises bekamen wir von „Neptun persönlich“ unsere neuen Namen „Albatros“ und „Atlantischer Laternenfisch“ im Rahmen eines feucht-fröhlichen Festes an Bord. Verpflichtend war allerdings der „Genuss“ von rohen Fisch, Korn und Meeresglibber. Eine feucht-fröhliche Party mit Original-Gletschereis im Whiskey. Praktisch, dass hier die Sonne erst weit nach Mitternacht untergeht und nach kurzer Zeit auch schon wieder zu sehen ist.
Das Tageslicht braucht man natürlich auch, um die zahlreichen Orcas, Buckel-, Finn- und Schweinswale zu beobachten. Bei Zodiac-Ausflügen erkunden wir gut eingepackt aus nächster Nähe die faszinierendsten Ausgestaltungen von Eisbergen: Gezackt, rundlich, mit Riss, Loch oder Tunnel. Höhepunkt war die Beobachtung eines kalbenden Gletschers. Die Klimaerwärmung schlägt sich dort nur allzu deutlich nieder, was uns allerdings auch fast immer bestes Wetter bei einem Jahrhundertsommer in Grönland beschert. Alles in allem wohl eine der beeindruckendsten Reisen, die wir je gemacht haben.
Montag, 1. März 2010
BAHRAIN-KONZERT

CRAZY CONCERT goes Bahrain. Im Konzertsaal des Ritz Carlton Luxushotels nimmt das arabische Publikum das auf sie abgestimmte Pianoshow-Programm aus Deutschland mit Begeisterung auf.
Manama, Bahrain - Im großen Al Noor Ballroom des Ritz Carlton fand das erste CRAZY CONCERT des Mittleren Ostens statt. Das beste Hotel des Königreichs war der ideale Ort für die Show von Pianotainment vor rund 300 geladenen Gästen, darunter auch Minister und Mitglieder der Königsfamilie. Nur wenige Tage vor dem Formel-1-Auftakt-Rennen der Saison 2010 in dem Inselstaat kannte die Begeisterung des Publikums auch für schnelle Finger keine Grenzen. Auf dem exklusiven Glas-Flügel von GALAXY PIANOS spielte es sich wohl besonders gut, was auch die zahlreichen Zugaben erklärt. Der Auftritt war der erste einer ganzen Reihe von CRAZY CONCERTS in der Golf-Region.
Mittwoch, 3. Februar 2010
CHILE CRUISE

Pianotainment® fliegt dem Sommer hinterher. Für eine Woche ist das Klavierduo Gast-Entertainer auf der MS Prinsendam. Mit dem amerikanischen Luxusliner geht es immer an der chilenischen Pazifikküste entlang in einer Woche bis an die Südspitze Südamerikas.
3.2. München – Schneematsch ade. Via Madrid geht´s mit LAN Chile nach Santiago. Der nagelneue Flieger lässt keine Wünsche offen. Zwei Filme und ein langes Nickerchen später sind wir auch schon da. Ein wirklich ruhiger Nachtflug.
4.2. Santiago de Chile - Von der Hauptstadt kriegen wir leider gar nichts mit, denn wir werden sogleich zur wichtigsten Hafenstadt des Landes transportiert. Im 1,5 Stunden entfernten Valparaíso schauen wir uns zunächst das historische Stadtzentrum an, bevor es kurz darauf schon heißt „Leinen los“.
5.2 Auf See – Die MS Prinsendam stößt mit Westkurs in den Südpazifik vor. Wir haben viel Zeit das Schiff zu erkunden, denn der Entertainment-Manager teilt uns mit, dass unser Auftritt erst für den letzten Tag der Reise eingeplant ist. Eine gute Gelegenheit an Deck ein wenig zu joggen und schon den ersten Sonnenbrand des Jahres zu bekommen. Abends unterhält im Theater ein genialer Bauchredner die Passagiere. Er macht eine klasse Show.
6.2. Isla Robinson Crusoe – Auf dieser abgelegenen Insel ließ sich 1704 der schottische Seemann Alexander Selkirk aussetzen – auf eigenen Wunsch. Über vier Jahre verbrachte er in völliger Einsamkeit auf dem winzigen Eiland und inspirierte wohl Jahre später Daniel Defoe zu seinem Klassiker. Wir haben heute die Möglichkeit zu tollen Wanderungen über die schroffen Klippen. Tolle Ausblicke ergeben sich dabei über die ganze Insel hinweg.
7.2. Auf See – Der Seegang ist rauer geworden. Die entsprechenden Pillen bewahren uns vor der Seekrankheit. Ein wenig Sport und Lesen ist angesagt. Emails checken, ein Plausch mit den Gästen. Ein typischer Sonntag halt - wären wir nicht auf einem amerikanischen Schiff. Denn heute ist Super Bowl Sunday! Und das wird entsprechend zelebriert. Am Ende gewinnen die New Orleans Saints gegen die Indianapolis Colts 31:17.
8.2. Puerto Montt - Wir gehen ein wenig spazieren im beschaulichen Küstenort, der früher die letzte menschliche Bastion vor dem unerschlossenen chilenischen Süden war. Wir gönnen uns eine Cerveza im Club Aleman. Der Regen lässt uns aber alsbald wieder aufs Schiff gehen auf eine heiße Tasse Kaffee. Das Klima ist nämlich deutlich kühler hier als noch vor ein paar Tagen.
9.2. Puerto Chacabuco - Wieder Regen, schneebedeckte Berge ringsum, freundliche Einwohner - da hätten wir auch gleich im Allgäu bleiben können ;-) Gutes Englisch-Training am Abend: Ein britischer Comedian tritt auf. Klasse!
10.2. Auf See - Wir machen Scenic Cruising durch die tolle Fjordlandschaft Südchiles. Einfach gigantisch bei +/- 0 Grad draußen im Whirlpool zu liegen und die tollsten Berge an sich vorüberziehen zu sehen.
11.2. Auf See - Heute früh besuchen wir den Amalia-Gletscher, der von den Anden Stück für Stück in den Pazifik rutscht. Ein beeindruckendes Spektakel. Am Abend haben wir dann (endlich) unseren Auftritt. Es läuft alles glatt. Auch das Englisch geht uns mittlerweile fließend von den Lippen. Wir bekommen standing ovations und ein tolles Lob vom Cruise Director Tom! (Wir nennen ihn nur Tom Cruise ;-)
12.2. Punta Arenas - Abreisetag. Es stehen uns vier Rückflüge bevor. Insgesamt knapp 36 Stunden von Haustür zu Haustür. Das schlaucht, aber schön war´s trotzdem ...
Sonntag, 15. November 2009
AROUND THE WORLD
Als Special-Showact auf den Luxuslinern MS Europa und Princess Diamond reist Pianotainment® diesen Herbst "in 18 Tagen um die Welt". Stationen dieses "Cruise-Hoppings" sind u.a. Singapur, Bangkok, Curacao und Barbados.13.11.09, München - Unsere Reise beginnt ausgerechnet an einem Freitag, den 13. - na toll! Servus, Europa. Unser Trip um die Welt kann beginnen. Hoffentlich geht auch alles gut.
14.11.09, Hong Kong – Am späten Nachmittag kommen wir gesund und munter in Hong Kong an und werden gleich ins Hotel gebracht. Schlafen sofort ein. Der Jet Lag lässt grüßen.
15.11.09, Hong Kong – Heute geht´s los. Wir checken auf der DIAMOND PRINCESS ein, zusammen mit rund 2600 anderen Passagieren. Ein unglaublicher Organisationsaufwand. Der amerikanische Luxusliner begeistert uns aber von der ersten Minute an.
16.11.09, Seetag – Wir bereiten uns auf die erste Show heute Abend vor. Das Moderieren in Englisch geht noch nicht so leicht von der Zunge, aber das Publikum nimmt uns das nicht übel. Begeistert applaudiert der ganze Saal. Was für ein Auftakt.
17.11.09, Nha Trang – Heute machen wir einen kurzen Landausflug nach Nha Trang in Vietnam. Wir genießen in der netten Hafenstadt den leckeren vietnamesischen Kaffee und promenieren am Strand.
18.11.09, Saigon – Da wir beide „Ho-Chi-Minh-City“ bereits kennen, bleiben wir an Bord und legen einen konzentrierten Trainings-Tag am Klavier ein. Abends lockt zur Belohnung eine karibische Deck-Party. Und die Amerikaner wissen wirklich wie man feiert!!!
19.11.09, Seetag – Heute Abend treten wir wieder im bordeigenen Theatersaal auf. 800 Gäste sind begeistert auch von unserem zweiten Programm. Prima. Unser Soll ist erfüllt, ab jetzt ist reiner Urlauf angesagt.
20.11.09, Singapur – Die asiatische Metropole durchkreuzen wir im Sauseschritt. Singapur gefällt uns, schön warm, sauber, sicher, einfach nett. Gerne hätten wir noch ein bisschen mehr Zeit zum erkunden.
21.11.09, Seetag – Das Wetter hat sich massiv verschlechtert in der Nacht. Hohe Wellen haben uns nur wenig schlafen lassen. Den Tag verbringen wir mit faulenzen und ein bisschen Sport.
22.11.09, Laem Chabang – Wir erreichen gegen Morgen Thailand. Dort steigen wir aus, verbringen einen Tag am Strand und werden abends zum Bangkoker Flughafen gebracht. Nach knapp einer Woche Asien freuen wir uns schon auf den nächsten Kontinent.
23.11.09, La Guaira – Nach einem ewig scheinenden Flug erreichen wir schließlich südamerikanischen Boden. Noch am selben Tag geht es auf die MS EUROPA, das beste Kreuzfahrtschiff der Welt.
24.11.09, Willemstad – Man fliegt um die halbe Welt und befindet sich … im Nachbarland Holland. Wir wandeln durch Klein-Amsterdam, wie Willemstad auch genannt wird. Die Hauptstadt der niederländischen Antillen liegt auf Curacao, dem Herkunftsort des weltberühmten Likörs.
25.11.09, Seetag – Heute ist großer Klavierspiel-Tag. Bei 35 ° C im Schatten und einer kühlenden Seebrise, ziehen wir uns zurück in eine klimatisierte Lounge zum Üben. Brav, brav.
26.11.09, St. Martin – Für das schöne Städtchen Marigot auf den französischen Antillen haben wir leider sehr wenig Zeit, denn die Probe fürs abendliche Konzert steht an. PIANO GLOBALE begeistert das Publikum restlos. Yeah!
27.11.09, St. Johns – Wir spazieren durch das beschauliche Städtchen und besuchen das Fort der schönen Karibikinsel Antigua. Abends schauen wir uns den Film-Klassiker „Die Legende vom Ozeanpianisten“ an, den wir schon lang einmal sehen wollten.
28.11.09, Guadeloupe – Vormittags ist mal wieder üben angesagt, nachmittags gehen wir auf ein Tanzfestival in der Hauptstadt Point-á-Pitre.
29.11.09, Terre de Haut - Die beschaulichen Heiligeninseln mit ihrer gemütlichen Hafenstadt gehören zu den französischen Antillen. Nachmittags gibt es für alle Gäste BBQ am Strand. Sonnenbrandgefahr!
30.11.09, Castries – Heute machen wir einen Gewaltmarsch zum Fort, das über der Hauptstadt von St. Lucia thront. Ein toller Blick zum Hafen mit vier darin liegenden Kreuzfahrtschiffen entlohnt für die Strapazen. Abends: Auch THE CRAZY CONCERT wird ein voller Erfolg.
01.12.09, Bridgetown – Wir entfliehen dem Stress der Stadt mit dem Taxi und fahren an den berühmten Strand von The Cranes. Dort wurde in den 90er Jahren die berühmte Raffaelo-Werbung gedreht. Barbados hält was es verspricht.
02.12.09, Kingstown – Das tollste Fort der Karibik! Ein atemberaubender Ausblick bietet sich über die gesamte Bucht der Insel St. Vincent. Abends ist Karibik-Party an Deck.
03.12.09, Seetag – Heute ist bayerisches Frühschoppen angesagt. Weißbier, Spanferkel, Leberkäs und Polonaise versüßen uns einen entspannten Tag auf See.
04.12.09, Islas los Roques – Das Naturschutzgebiet gehört mit zum Schönsten, das Venezuela zu bieten hat. Wir verbringen den ganzen Tag am Strand mit Eiskaffee und baden zwischen den Pelikanen.
05.12.09, La Guaira - Good Bye MS Europa! Hier auf dem venezolanischen Festland ist Endstation unseres Cruise-Hoppings. Wie vereinbart holen uns die Leute von der Asociacion Cultural Humboldt ab und machen mit uns ein wenig Sightseeing. Per Seilbahn geht es auf den Hausberg La Avila, 2500 m hoch mit Blick auf Caracas zur einen Seite und zur anderen die Karibik. Gigantisch.
06.12.09, Caracas - Soundcheck, Lightcheck. Noch mal das ganze Programm auf Spanisch durchgehen. Abends dann: THE CRAZY CONCERT - ausverkauft und stehende Ovationen. Que chevere! Hinterher noch feiern gehen.
07.12.09, Caracas - Und schon heißt es wieder Abschied nehmen von Südamerika. Die Lufthansa bringt uns bequem und sicher wieder nach Deutschland. Unsere Weltumrundung ist komplett.